Wir fordern die nordsaarlandklinik

Am 30. November 2017 hat die Marienhaus GmbH, das aus einer privaten Stiftung vor 160 Jahren entstandene Krankenhaus in Wadern geschlossen. Als Grund wurde genannt, dass der Standort nicht mehr wirtschaftlich sei. Das Krankenhaus in Wadern lag zentral für mehrere Gemeinden im nördlichen Saarland, deren Einwohner nun deutlich weitere Wege zu anderen Krankenhäusern zurücklegen müssen. Existenz, Größe und Spezialisierung eines Krankenhauses sollten vom regionalen Bedarf und nicht vom finanziellen Ertrag bestimmt werden. Wie ein neutrales Gutachten schon Ende 2017 nachgewiesen hat, ist in den nächsten sieben Jahren (also bis zum Jahr 2025) rund um den Standort Wadern ein regionaler Bedarf absehbar, der für ein wirtschaftlich zu betreibendes 300-Betten-Haus ausreichen würde, wenn der politische Wille dazu da wäre. 

Jetzt ist wenigstens eine deutliche Verbesserung der ambulanten Versorgung in Sicht. Ihre vollständige Realisierung wird zwar noch 4–5 Jahre in Anspruch nehmen, aber nach drei Jahren Stillstand ist das doch ein Lichtblick. Auch die Diagnosemöglichkeiten sowie die Behandlung einer Vielzahl von minder schweren Erkrankungen werden sich verbessern. Es ist auch ein sehr schmales stationäres Angebot geplant, an dessen Ausbau wir natürlich sehr interessiert sind. Denn nach wie vor benötigen und fordern wir ein leistungsfähiges Akutkrankenhaus für das Nordsaarland und im Nordsaarland!

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Wir geben nicht auf und verteidigen unser Grundrecht auf Gesundheit und angemessene Versorgung! 

Immer mehr Menschen merken, dass sie für die Verbesserung ihrer medizinischen Versorgung eintreten müssen, und engagieren sich in der BI: Unsere Mitgliederzahl hat im Oktober 2020 die 750 überschritten und steht im September 2021 bei 890.

Termine

Mahnwache Freitags

Mahnwache

auf dem Marktplatz in Wadern jeden Freitag von 10–11 Uhr. Wir setzen uns für eine rasche Verwirklichung des neuen Projekts der SHG für den Standort Wadern ein. Im Hinblick auf die Zukunft und Dauerhaftigkeit der Neugründung fordern wir zugleich ein Umsteuern in der Krankenhausfinanzierung.

Unterstützer sind immer willkommen. 

Aktuell:
Mitgliederversammlung

Am 14. September 2021 werden wir zum ersten Mal seit Ausbruch der Pandemie wieder eine Mitgliederversammlung abhalten können und zwar in der Schlossberghalle, Büschfeld. 

Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr mit einem Vortrag des Geschäftsführers der Saarland-Heilstätten GmbH, Herrn Bernd Mege, und des Verwaltungsdirektors der SHG-Klinikums Merzig gGmbH, Herrn Michael Zimmer. Sie werden die Pläne der SHG für den Standort Wadern vorstellen und über den aktuellen Realisierungsstand informieren. Anschließend ist Gelegenheit für Nachfragen und Diskussion.

Die zulässige Personenzahl ist begrenzt. Wer teilnehmen will, muss sich deshalb vorher anmelden. Interessierte Nicht-Mitglieder können im Rahmen der verfügbaren Plätze eingelassen werden. Auch sie müssen sich vorher anmelden.

Anmeldungen bitte an Bernd Schröder

Tel. 06871/4922, E-Mail: schroeder.wadern@gmx.de

 


News

UnsEre 150. Mahnwache

Die Aktiven der Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik sind nicht unterzukriegen: Am Freitag, 6. August, haben wir die 150. Mahnwache auf dem Waderner Markt gehalten. 

Mit unsern Mahnwachen verbinden wir zwei Botschaften: 

Wir stehen hinter dem SHG-Projekt mit MVZ, Radiologie und stationärer Einheit in Wadern und werden jede Gelegenheit nutzen, um Anregungen zur Erweiterung des Angebots einzubringen.

Wir fordern eine grundsätzliche Reform der Krankenhausfinanzierung in Deutschland mit dem Ziel, eine geographisch ausgewogene, ortsnahe stationäre Grundversorgung für Stadt und Land sicherzustellen. Die systematische Unterfinanzierung kleiner Krankenhäuser muss ein Ende haben. Die Mahnwache war gut besucht. Rings um unsern Stand bildeten sich kleine Gruppen, in denen lebhaft diskutiert wurde.

Erinnerungen an das verschwundene Waderner Krankenhaus

Da der Abriss des Waderner Krankenhauses viele Menschen in der Region tief getroffen hat, hat der Vorstand der Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik beschlossen, ein Erinnerungsbuch herauszugeben. Es schildert die Geschichte der St. Elisabeth-Klinik von der Gründung bis zum Ende. Mit besonderem Nachdruck geht das Buch auf den engagierten Einsatz vieler Menschen in und um das Krankenhaus ein, sei es im Dienst an den Kranken, sei es in Form von materieller oder ideeller Unterstützung der Einrichtung. Ein eigenes Kapitel ist dem Alten- und Pflegeheim St. Maria gewidmet.

 

Das Buch ist nun erschienen in Form einer Broschüre im DIN A4-Format (96 Seiten, 178 überwiegend farbige Abbildungen) und kann zum Preis von 12 € im örtlichen Buchhandel (Bücherhütte Wadern, HACO Wadern, Rote Zora Losheim) erworben werden. Außerdem wird die Bürgerinitiative das Buch an jedem Freitag im Juli und August von 10–11 Uhr auf dem Waderner Marktplatz anbieten, solange der Vorrat reicht.

 

Der Wiederaufbau eines stationären Angebots in Wadern kann beginnen!

Drei Jahre hindurch hatten wir keine Ruhe gegeben, bis das saarländische Gesundheitsministerium schließlich Ende des Jahres 2019 ein Interessenbekundungsverfahren gestartet hat für eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung des Nordsaarlands. Das Ergebnis war nicht die von uns gewünschte mutige Entscheidung für eine Neuordnung der saarländischen Krankenhauslandschaft, um eine gerechtere Verteilung zwischen dem Ballungsraum im Süden und dem dünner besiedelten Norden einzuleiten.

Aber es sind doch spürbare Verbesserungen geplant. Die Landesregierung hat der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) den Zuschlag für folgendes Konzept erteilt:

  1. Die SHG wird in Wadern ein Medizinisches Versorgungszentrum mit voraussichtlich 5 Praxen bauen: Allgemeinmedizin (Hausarzt), Innere Medizin (Angiologie?), Chirurgie-Orthopädie, Neurologie-Psychiatrie, Gynäkologie.
  2. Sie wird zwei psychiatrische Tageskliniken mit je 10 Plätzen betreiben, eine für Erwachsene, eine für Kinder und Jugendliche.
  3. Für die Diagnostik wird eine radiologische Station eingerichtet mit Röntgen, CT und Ultraschall; es wird auch die Möglichkeit von Blutuntersuchungen geben. Die Radiologie wird Tag und Nacht besetzt sein mit medizinisch-technischen Radiologieassistenten, die nach den Anweisungen eines per Video-Übertragung zugeschalteten Facharztes Untersuchungen vornehmen können.
  4. Für die Akutversorgung nicht zu problematischer chirurgischer Fälle ist ein Eingriffsraum geplant, ergänzt durch 8–10 Betten zur Beobachtung und Nachsorge unter Mitarbeit von MVZ-Ärzten und auch zur Nutzung durch Belegärzte.
  5. Für eine „Erweiterte ambulante Versorgung“ sind 20–25 Betten im Bereich Innere Medizin vorgesehen.
  6. Außerdem stellt die SHG ab 1. Januar 2021 die Notärzte für die Rettungsstation. 

So wird eine große Zahl von Erkrankungen am Ort behandelt werden können. Die Realisierung des Vorhabens wird allerdings wohl erst im Jahr 2025 abgeschlossen sein.

Darüber hinaus hoffen wir, dass die Kassenärztliche Vereinigung eine Bereitschaftsdienstpraxis in Wadern einrichten wird.

 

Die Bürgerinitiative begrüßt das Engagement der SHG in Wadern sehr. Wir sehen das geplante kleine Bettenkontingent als einen Einstieg in eine stationäre Versorgung unserer Region an, die dem Bedarf entsprechend ausgebaut werden kann. An dieser Aufgabe werden wir gerne mitarbeiten.


Bürgerinnen und Bürger schreiben an die Landtagsabgeordneten

Wir hatten Postkarten drucken lassen mit diesem Aufruf:

 

Auf der andern Seite steht:

Ich/Wir appelliere/n an alle unsere Abgeordneten, dass Sie – ungeachtet Ihres Wahlkreises – Solidarität mit dem medizinisch unterversorgten Norden des Saarlands zeigen. Bitte unterstützen Sie die Landesregierung in ihren Bemühungen, im Raum Wadern eine Akutklinik für Notfälle und die Grund- und Regelversorgung zu etablieren!

 

2.761 solcher Karten sind beim Landtag eingegangen, unterschrieben von Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger! Leider mussten wir aus hygienischen Gründen die Unterschriftensammlung nach nicht einmal drei Wochen einstellen. Es wären sonst sicher noch viele weitere Unterschriften dazugekommen. 


2.761 Unterschriften

Das letzte Paket mit 1.419 Postkarten haben der Sprecher der BI, Bernd Schröder und der Bürgermeister von Wadern,  Jochen Kuttler, am 10. Dez 2020 dem Vorsitzenden des Petitionsaus- schusses, Ralf Georgi,  überreicht. Schon am 10. Nov hatte jeder der 51 Abgeordneten eine Postkarte und ein persönliches Begleitschreiben zur Begründung und Erläuterung unserer Aktion erhalten. Unser Ziel war rechtzeitig vor den Verhandlungen über den Doppelhaushalt 2021/2022 den Abgeordneten bewusst zu machen, dass im Nordsaarland ein dringender Bedarf an einer besseren medizinischen Versorgung besteht.